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Kardiologie in der Geriatrie |
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Alter hat Zukunft!
Viele 90-Jährige sind heute so gesund und fit, wie es früher 70-Jährige
waren. Dies hat zur Folge, dass Medikamente und andere Therapien
kritisch und neu überprüft werden müssen, eben altersgemäß angewandt
werden, bevor diese Schaden anrichten.
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Etwa ein Fünftel der
Besucher beim Allgemeinmediziner sind ältere Patienten über 65 Jahre.
Im Gegensatz zu Jüngeren erhalten sie jedoch etwa 60 % aller
verordneter Medikamente.
Auf Grund der sich mit steigendem Lebensalter ändernden Pharmakokinetik[1]
sind gerade diese Personen bei Verabreichung, bzw. Verordnung von
Mehrfachmedikamenten zur gleichen Zeit gefährdet, Arzneimittelneben-,
bzw. -wechselwirkungen zu erleiden.
Dieses wird noch verstärkt, weil viele Patienten zusätzlich frei
erhältliche Arzneimittel einnehmen, die sie sich selbst besorgt haben
und die durchaus in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden sollten.
Ab einem bestimmten Lebensalter ist Multimedikation eher die Regel als die Ausnahme. Besonders beim kardiologischen
Patienten gilt es, Nutzen und Risiko genau abzuwägen, also nicht zu
viel und nicht zu wenig zu verordnen, um Komplikationen zu vermeiden.
Ältere Patienten nehmen durchschnittlich zwischen sechs bis acht
verschiedene Medikamente gleichzeitig ein. Die Wahrscheinlichkeit
unerwünschter Nebenwirkungen steigt. Trotzdem gibt es Patienten, bei
denen es erforderlich ist, fünf oder mehr Medikamente einzunehmen.
Unter Berücksichtigung dieser Betrachtungen ist es enorm wichtig,
zur Risikominderung eine klare Indikationsstellung vor jeder Therapie
vorzunehmen.
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[1] Die Pharmakokinetik beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt. ^
[s. auch WIKIPEDIA ]
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